Nicht von dieser Welt

Vorgestern morgen um sieben Uhr wurde ich durch ein sehr interessantes Szenario aus meinen gerissen.

„Timo, Timo! Ahhhhhhhh, Timo, verdammt wach auf“, brüllte mir eine sehr vertraute Stimme mit ungewohnter Ernsthaftigkeit, fehlender Zurückhaltung und ebenso wenig Zärtlichkeit in mein, bald darauf piependes Ohr. Sofort wusste ich, wie ich mich als Vertreter des starken Geschlechts in einer solchen Situation zu verhalten hatte: Mit panischen und wild rudernden, gleichförmigen und unkoordinierten Bewegungen meiner unteren Extremität, verschaffte ich mir als erstes Platz im Bett und stellte somit meine Männlichkeit und übermäßigen Kraftressourcen unmissverständlich zur Schau! Die Wirkung des Sympathischen Nervensystems setzte augenblicklich ein. Durch einen staubtrockenen Mund in Verbindung mit einem wohlüberlegten Schweißausbruch, versuchte mir mein Körper die Ernsthaftigkeit des Moments aufzuzeigen. „Jane, was ist los? Warum schreist Du?“ „Da, da, da vorne in der Tür zum Schlafzimmer, siehst du es auch?“ Fragte sie stammelnd vor Panik. „Ja, der Staubsauger, den hab ich da in der Tür stehengelassen, aber was ist los?“

Sichtlich beruhigt glaubte sie mir im darauf folgenden zehn minütigen Dialog, dass das gefährliche Etwas in unserer Tür kein Ausserirdischer mit langen, schlaksigen Beinen, sondern nur das harmlose Putzutensil war…



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3 Responses to “Nicht von dieser Welt”

  1. a gravatar 1 The Exit

    Aus diesem Grunde erfanden unsere Vorväter die Besenkammer. So konnten sie ruhig schlafen.

  2. a gravatar 2 Timo

    Sie haben jetzt Frieden geschlossen, indem ich im Sinne einer Überflutungstherapie einfach das besagte Alien an Ort und Stelle stehen gelassen habe. Effektiv in der Behandlung einer solchen Phobie.

  3. a gravatar 3 The Exit

    Ich finde Manalamalen und Meditation vor dem Sauger auch eine gute Lösungsmöglichkeit.

    Aber es ist gut, dass ihr drüber sprecht.

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