Anekdoten aus früheren Tagen

Vor gar nicht allzu langer Zeit habe ich von Ina ein nachträgliches Geburtstagsgeschenk bekommen. Etwas hammergeiles, sehr persönliches und quasi auf mich zugeschnittenes: Mein ganz persönliches Klassenbuch.

Nicht irgendein Klassenbuch. Es ist ein Buch, was eine Geschichte schreibt. Eine Geschichte, deren Hauptdarsteller wohl ich gewesen sein dürfte – klingt komisch, ist aber so! Zumindest, was die Fehlzeiten angeht, dürfte wohl ich es sein, der den Vogel abgeschossen hat. (28 Fehltage in einem Halbjahr – man war ich gut!) Ina hat es wirklich geschafft und hat unser altes Klassenbuch aus der zehnten Klasse in die Hand bekommen und hat dann alles in einen neuen Rohling übertragen.

Doch zurück zum Hauptdarsteller:

Ich glaube ich war ein Arschlochschüler, zumindest von der 4 bis zur äm naja so elften Klasse… Nein, nicht normal unfreundlich, sondern ein Arschloch – Leute, die mit mir in der Schule waren, werden das bestätigen können. Hehe – ich lese gerade die alten Zeugnisse, es ging wirklich mit der vierten Klasse los:

Bemerkungen: Sein Verhalten im Klassenverband ist unangemessen

In der Siebten Klasse hatte ich dann zweifelsfrei meinen schulischen Höhepunkt…

Sicherlich, es gab ja auch tausend Sachen die mich mehr interessierten als Schule. So ab der siebten Klasse war es wohl eindeutig der Punk. In einer westdeutschen Kleinstadt der Neunziger musste man sich frühzeitig entscheiden: Punk, Glatze oder einfach Popper. Über Glatze brauchen wir nicht diskutieren und Popper… ne eigentlich doch auch nicht! Blieb ja nur das eine. Auflehnen gegen alles. Die Eltern, die Erwachsenen, das System und eben auch diese alten Bildungsschuppen. Wir hatten unseren Spaß, die eigene Garagenband mit Demotape:

Es gab jede Menge Spaß, enge Freundschaften, Experimente mit Alkohohl, Kleinkriege zwischen den „Faschos“ und uns. Ein traumhaftes Leben! Wie gerne erinnere ich mich an diese Zeit. Unsere Helden waren nicht irgendwelche Comictypen mit Superkräften, sondern NOFX, Lag Wagon, No use for a name, No fun at all, Skin of tears, Wizo, Snuff und all die anderen großartigen Bands!

Doch nun zurück zum Geschenk, dem Klassenbuch. Ina hat selbst einige Anekdoten festgehalten…

Herr Z.: „lasst doch mal die armen Wespen. Die stehen unter Naturschutz!!!“ : „Sie stehen unter Naturschutz, ja? Diese hier steht gleich eher unter meinem Fuß!“

Wir führten aber auch durchaus sinnvolle Konversationen:

Herr Z.: „Mensch Kinder, jetzt hört doch mal auf!“ : „ Alter! Wir sind keine Kinder mehr!“

Jeden Tag fehlte mindestens einer der Schüler und auch mit den Entschuldigungen hatten wir unsere eigene Verfahrensweise:

Frau I.: „A. (mein Mann in Aachen ) ich bekomme noch eine Entschuldigung von Dir“ A.: „Ja? Entschuldigung!“

Ein wunderbares Geschenk über eine großartige Zeit! Und am Ende dieses Halbjahres 1996 lernte ich dann auch einen ganz besonderen Menschen neu kennen… Schönes Geschenk, prägende Zeit!

Nun noch kurz die Moral der G’schicht:

Auch aus Menschen, die ihre Sturm und Drang Phase intensiv gelebt haben, kann etwas werden! Ab der Elften entdeckten auch wir den Ernst hinter der Sache und fingen an, der ganzen Lernerei einen größeren Stellenwert zu geben. Abitur und jetzt vernünftige Ausbildung, doch verfügen wir Gott sei Dank über diese wunderbaren Erinnerungen an eine Zeit, in der wir uns austoben konnten…



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3 Responses to “Anekdoten aus früheren Tagen”

  1. a gravatar 1 Frau Jane

    Ja und ich habe mich damals in diesen Punk verliebt, klingt komisch ist aber so. Alle dachten immer ich sei so brav und würde Timo irgendwann resozialieren können. Doch in Wirklichkeit stachelte ich ihn nur noch mehr an…
    Resozaialisert hat ihn dann eher die Großenheidornerstr…
    Du hast eben soviele Erinnerungen hochgeholt, toll… Man war das schön…
    Ich liebe dich!!!

  2. a gravatar 2 deepblue

    Haha, großartig! Jau, das war alles sehr lustig damals. Eigentlich schade daß es vorbei ist

    Ganz groß sind natürlich unsere Songs, mußt du mir unbedingt mal alle rüberschicken! :grin:

    Ich sage nur: ONE LIFE - NO FEAR!

  3. a gravatar 3 Herr Timo

    :grin: Recht hast Du! Wunderbar war es - liebe Leute, darf ich den Mann vorstellen, der im Beispielsong die Doublebase bedient hat…

    Ich mach dir nen Zip File fertig und schick sie dir rüber

  1. 1 Herr Timo » Blog Archive » Wilkommen im Arbeitsministerium


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