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Minni the Moocher

Minni the moocher - nur echt mit dem tanzenden Posaunisten. So kündigen sich die 8 smarten Herren aus Berlin an. Seit 2001 bewegen sie die Beine des Publikums und bringen Clubs zum beben.“

Wer heute Abend noch nichts mit sich anzufangen weiß und sich gerne von treibendem Offbeat in Kombination mit richtig schön dreckigem Gitarrensound die Ohren volldröhnen lassen mag, der ist in der Supamolly in der Jessner Str. 41 ab 22.30h genau richtig aufgehoben.

Minni the Moocher - Die Vereinigung von fröhlichem Punk und Bläser-lastigem Ska wird für kleines Geld wieder einmal die Herzen derer höher schlagen lassen, die sich fern dem Billigtrash der Charts zu Hause fühlen. Keine Gangstermanier, kein popiges Geplärre. Einfach nur Musik von Leuten, die den Spaß an ihrer Sache auf die Bühne bringen.

Einen Vorgeschmack kann der Leser auf der Homepage der Acht Herren in schwarzen Anzügen erhaschen. Meinen persönlichen Favoriten „Donnerstag“ gibt’s sogar zum Download.

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Balztänze unserer Zeit

Wie wäre es eigentlich mit Gema-Gebühren für die tägliche und absolut hohle Beschallung der Fahrgäste in der Bahn?

Peinlich? Nicht im Geringsten! Dabei müssten Sie unter permanenten Schweißausbrüchen zu leiden haben, ob der „neidischen“ Blicke derer, die nicht mit ihrem, nennen wir es „Getthoblasterhandy“ durch die Gegend laufen.

Cool ist es! Sicher – ohne Frage cool! Lässig in der Bahn zu stehen und mit der Musik der Wahl, allen zu signalisieren, wie gern man doch selber ein echter Gangster werden würde… wenn man doch erstmal groß geworden ist.

Eins muss ich ihnen lassen, es gehört schon einiges an Mut dazu, alleine in die Bahn zu steigen und trotzdem die blödsinnigen Balzallüren fortzuführen, die sie normalerweise nur in der eigenen Gruppe weiterbringen können. Hut ab! Respekt – aus euch wird was. Ist mir auch eigentlich völlig egal, Hauptsache dieser beschränkte Trend hat bald wieder ein Ende.

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Expedition: Hauptstadt

Noch vor zwei Tagen blickten alle amüsiert und mit Spannung erfüllt auf den eisigen Claus, der Berlin alle Härten des Kontinentalklimas bescheren sollte. Auch ich räume hiermit ein, dass ich in der ersten Nacht noch voller Vorfreude dem Temperaturfall entgegengefieberte. Nur langsam wird es echt kalt.

Heute morgen begrüßte mich mein Desktop mit -18°C für Berlin. Ok, hier oben im vierten Stock sind nur -14°C auf unserem Balkon, aber warm würde ich das nicht nennen. Nahezu ununterbrochen hört man dieses leise Geräusch aus der Küche, was mir signalisiert, dass die Gastherme hart arbeiten muss, um die 20°C innerhalb der Wohnung halten zu können. Ein kurzer Blick aus diesem Fenster hielt mir dann auch vor Augen, dass wir richtig gehandelt hatten.

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Musik für unterwegs

Das Bild der Stadt wird besonders stark durch jene Menschen geprägt, die in ihr leben. So auch von den vielen Straßen- und Bahnmusikanten, die das tägliche Leben auf Ihre Weise mitgestalten.

Von Ziehharmonika bis Acapella, von schön bis schrecklich, von dezent bis aufdringlich, von nett bis fordernd, von leise bis ohrenbetäubend, von Folklore bis Punk, von Frau oder Mann, von Kind oder Erwachsenen, von dilettantisch bis professionell. Ein Jeder kennt sie, einige schätzen sie. Ob im Straßencafé im Sommer oder in der S-Bahn im Winter. Sie sind ein fester Bestandteil des öffentlichen Lebens in Berlin. Es ist eine besondere Kultur, mit dem Auftrag, das monotone Rattern der Schienenfahrzeuge zu übertönen. Egal, ob selbst komponiert oder ein Cover von Eric Claptons Led Zeppelins „Stairway to Heaven“, der jammende Bluesgitarrist oder die Sologeige mit Vivaldis Sommer. Sie versüßen das Leben und schüren gleichzeitig das berühmte schlechte Gewissen der Berliner, bloß verlegen auf den Boden zu schauen und nicht den Blick des Geldeinsammelnden zu kreuzen . Und enttarnen so auch manchen Touri, da meist die es sind, die dem schlechten Gefühl des „Nichtzahlens“ nachgeben und doch eine Spende für diese Subkultur parat haben.

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Bad Taste im Mauersegler

Nach einem unterhaltsamen und wirklich leckerem Abend im französischen Stil, mit delikaten Galette und weniger überzeugendem Cidre, stand Gestern eine Bad Taste Party im Mauersegler am gleichnamigen Park auf dem Programm.

Man fuhr Bahn. Aus Neukölln direkt bis in die Casting Kastanienallee. Vorbei am üblichen Publikum der Sehenden und gesehen werden Wollenden, fielen einem auch gleich drei Personen unweigerlich ins Auge, die sich offensichtlich dem Bad Taste als Lebensphilosophie verschworen hatten. Eine gekonnte Kombination aus viel zu viel Muskelmasse auf der einen, zusammen mit zu wenig auf dem Kopf und offensichtlich auch im Kopf auf der anderen Seite, konnten in Verbindung mit ihren konstruktiv gestellten verbalen Kotzanfällen für einiges mehr an Aufmerksamkeit sorgen, als sich der größte Casting-gänger je hätte erträumen können. Bloß schnell vorbei und nicht in den Umgebungsscanner dieser hochintelligenten Kampfmaschinen geraten! Aus einiger Entfernung konnten wir uns dann durch qualitativ wertvolle Äußerungen wie „bist du schwul oder was du Opfer? Ey Alder, wir müssn jetz ma echt einen saufen und Spaß haben, sone bar und Tusen und so“ so richtig auf bad taste einstimmen lassen.

Auf der Party angekommen waren wir demnach dann auch sehr positiv überrascht, ob des guten Geschmacks der anwesenden Gäste. Einige Ausrutscher mit Omas Haushaltsschürze und very bad taste Perücken konnten den positiven Eindruck durch die angenehme Atmosphäre und den guten Mix der DJs nicht schmälern. Ein bisschen „unfertig“ aber sehr gemütlich verbreitet der Mauersegler ein Gefühl des zu Hause seins.

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Flohmarkt am Mauerpark

Die erste Januarwoche des neuen Jahres, die durchweg durch einen eisigen Ostwind mit düsterer Stimmung, trostlosem Schneematsch und –regen dominiert wurde, verabschiedete sich gestern mit einem wunderschönen, sonnenreichen und windstillen Tag.
Einem Sonntag der zum Spazierengehen einlud. Die Wahl des Zieles war für Prenzlauer Berg ansässige Menschen, die Flohmarktkultur in ihrer ursprünglichen und reinsten Form bevorzugen, schnell getroffen: Der allwöchentliche Markt am Mauerpark.

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Geschichten aus der M1

Beinahe täglich wird mir vor Augen geführt, dass sich das Reisen mit der Tram in dieser Stadt als sehr unterhaltsam, abwechslungsreich und spannend erweisen kann.
Ich habe heute wirklich wieder einmal eine Menge lernen dürfen. Es ist beeindruckend, wie weitsichtig und vor Intelligenz strotzend so ein 20 jähriger Erstsemestler in BWL doch sein kann bzw. wie zurückgeblieben und „verliererhaft“ ein Herr Timo dagegen aussehen kann. Die besagte Person stieg an der Eberwalderstraße in die Tram ein und öffnete lässig ihren Wintermantel. Ein Mantel, der leider nicht ganz auf die Größe seines Trägers zugeschnitten war (weil wahrscheinlich von Papa geliehen) und (ebenfalls leider) dafür sorgte, dass das unverbrauchte Gesicht zwischen den breiten, liebevoll eingearbeiteten Schulterpolstern ein wenig verloren wirkte. Passend zum Mantel hatte Papas Kleiderschrank auch noch eine dunkelblaue Mütze hervorgebracht auf der sehr dezent genau in der Mitte der Stirn, schon fast unauffällig das Krokodil trohnte. Ein gelbes Live8 Armbändchen zusammen mit dem weißen Polosweatshirt und dem gekonnt geknoteten Schal rundeten das Bild ab. Das Gesicht, hoch rot vor Nervosität, saugte aufgeregt an einem Hohes C Tetrapack (von dem ich jetzt nicht behaupten möchte, dass ihn Mama vorhin zurechtgestellt hat - ich denke es mir einfach nur!) als es allen Insassen mit aufgeregt wippenden Beinen begleitet, fünfzehn atemberaubende Minuten davon erzählte, dass es nur „Einsnuller“ bekommen würde und es nicht verstehe, wie es Menschen gäbe, die sich nicht vernünftig anstrengen würden und sich deshalb mit einer Drei zufrieden stellen müssten. Auf das Angebot, ein Praktikum im Reichstag machen zu können, hatte das Gesicht zurzeit keine Lust, da es ja erst einmal seine Ferien genießen wolle, es bekäme ja sowieso noch genügend Chancen. Frauen - am Tag 20 und ein normaler Samstagabend müsse seine 100 Euro kosten.

Eigentlich doch eine Lebensphilosophie, die nachahmenswert erscheint!

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Gedanken eines Ausgegrenzten

Heute Morgen in der Bahn hatte ich ein eigenartiges Erlebnis. Die Tram war sauvoll, alle dicht aneinandergedrängt. Wir befinden uns in der M1 Richtung Mitte, die gerade die Kastanienallee herunterholpert. Auf Höhe des Keyser Soze hält die Bahn und die Türen gehen auf. Draußen geht im leichten Frühnebel ein “Gesellschaftsausgegrenzter” mit seinem Hund und einem lauten Kasi (Kasi ist das alte 80ger Jahre Wort für mobilen Kassettenrekorder) auf der Schulter die Straße entlang. Auf seinem privaten Radiosender zum Mitnehmen läuft lauter, aber fröhlicher Punk. Die Stimme ist so markant, dass ich die Band sofort erkennen muss “Wizo” und ausgerechnet “Das goldene Stück Scheiße”. In diesem Moment hatte ich den Eindruck, Gedanken lesen zu können. “Ja, ihr armen Schweine, steht in eurer Tram eingepfercht in Richtung Juppietown, trinkt euren Juppiekaffee und habt alle eure bekloppten Ipods in den Ohren und fahrt zur Arbeit. Man seid ihr fertig! Unterdrückt und scheiße eingegliedert in diese verkackte Gesellschaft, die nur aus Gier und Neid besteht! Das goldene Stück Scheiße geht an euch. Ich fühl mich wie im Zoo - seht ihr alle scheiße aus in euren Juppieanzügen. So stelle ich mir die Welt in George Orwells 1984 vor” (wenn er es gelesen hat!)
Die meisten der Mitreisenden haben sich wahrscheinlich gar keinen Kopf drum gemacht und Selbigen nur verächtlich geschüttelt, genauso traue ich vielen auch nicht zu, das Lied erkannt zu haben. Mir geht seitdem nur der eine Gedanke durch den Kopf: wenn er wirklich in dem Moment so gedacht hat, wird er wahrscheinlich recht gehabt haben. Erschreckend!

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