Tag Archiv f�r 'Assi'

Zoobesuch

(klick macht groß)

Ich kenn ja Sylt oder teure Skigebiete in den Dolomiten. Ich hab schon Neureiche zu Hauf gesehen, wie sie mit ihrem vermeidlich unerschöpflichen Vorrat an Kohle um sich schmeißen, rumprollen und die dicke ihrer kleinen Eier mit allem, was gut und teuer ist zu vergrößern versuchen.

Ist ok. Wenn ihr die Kohle habt, macht es. Ich will hier jetzt nicht den Eindruck erwecken, dass ich neidisch wäre, hätten doch genau die eben Benannten ihr erbärmliches Ziel erreicht: Aufmerksamkeit durch Geldzeigen erlangen… shit… haben sie ja…

Frau Jane und meine Wenigkeit waren letzte Woche in Baden-Baden. Heiliger Schiss! Die gehen ab die Leute, das wollt ihr euch gar nicht vorstellen. Man fährt keinen Porsche mehr, nein auch keinen dicken Beamer. Nein, erst ab Jaguar, Bentley oder Maybach wird gecruised und dann aber richtig. Gewöhnungsbedürftig? Ne, ist schon ok, macht euch nur zum Affen. Ich nehme mal einen kleinen Beispielhärtefall:

Ein schwarzer BMW X5 mit dezent gehaltenen 24 Zöllern auf Hochglanz rollt langsam die Fußgängerzone entlang. Fenster runter, Warnblinklicht an und Mucke auf die „ich bin nicht mehr 18 und fahr auch keinen Golf mehr, allerdings muss ich doch unbedingt meine Schwanzverlängerung in deine Fresse halten“- Lautstärke aufgedreht, rollen die Pferdestärken dahin…

Vor einem Kaffee hält das Prachtstück, die Sonne lässt ihr gesamtes Lichtspektrum schön in dem frisch polierten Lack widerspiegeln. Dann öffnet sich endlich die Fahrertür und er steigt aus.

Nennen wir ihn doch Mongo. Mongo trägt eine topmodische Karotte von Armani, die an seinen Knöcheln wunderbar mit den braunen Lederschüchen harmoniert. Am oberen Rand der knackigen Beinverkleidung steckt sein hellblaues Designerhemd akkurat im Hosenbund, sein Lacoste-Pullover ist lässig über die Schultern geworfen und mit den Ärmeln elegant vor der Brust verknotet. Innerhalb eines Bruchteils einer Sekunde hat er auch schon seine geamte Fresse hinter seiner dezent kleinen Guccibrille versteckt und streicht sich noch mal schnell durch die halblangen und fettig nach hinten gewichsten Haare. Welch ein Auftritt, danke Mongo!

Lässig schlendert er die zwei Schritte bis zum Tisch, wo seine Schickifreunde erstmal mit Küsschen links, Küsschen rechts markiert werden, damit er sich anschließend mit einem Prosecco in der Mittagssonne, wie der Sonnenkönig höchstpersönlich aufführen kann. Ach und diese natürliche Toasterbräune habe ich ja noch vergessen, wunderschön…

Baden-Baden ist wirklich einen Besuch wert. Ein bisschen Architektur, Berge, Ruhe, Zoo, jede Menge Kohle und ein McDonalds in Marmor!