Tag Archiv f�r 'Geschichten'

Leben in der Nachbarschaft

Da bin ich doch noch gar nicht dazu gekommen, von meinem Ausflug in den Nachbarbezirk zu berichten - dem Wedding. Nun gut, der Wedding… hat sicherlich seine schönen Ecken. Ecken, die man als Domizil, Heimat, Fundament für den Alltag oder Fluchtpunkt zum Kräftesammeln ansehen kann. Nette Nachbarschaft, die kleinen Kiezläden und bald ein Gefühl der Geborgenheit… sicherlich, so kann es dort sein…

Allerdings geht’s auch anders, so habe ich vor zwei Wochen bei einem Umzug zum Beispiel gelernt, was die simple Aussage “och, weste, mein Nachbar, der is im Urlaub” zwischen der Zeile bedeuten kann, aber dazu gleich mehr.

Wir haben also bei einem Umzug geholfen.

Die Wohnung, die es auszuräumen galt, lag im dritten OG, dritter Hinterhof, linkes Quergebäude in netter Umgebung. Treppe hoch und nach rechts geschaut, dort, wo normalerweise eine geschlossene, heile Wohnungstür des Nachbars hätte sein sollen. Gut, dort wo vorher ein Schloss gewesen sein könnte war jetzt ein Loch in der Tür und gut, der Bewohner wurde nun mal in den Urlaub geschickt - sogar abgeholt wurde er vom Fahrservice mit dem Namen “S eltenschöner E insatz für den K unden”, die so lieb waren und ihn gleich mit einer Tränengaswolke die Treppe runter begleiteten. “Nein, sie brauchen nicht groß Packen, nein bei der Bank anhalten und Geld holen brauchen wir auch nicht - All inklusive - voller Service” hatte man zu ihm gesagt. “Der, der ist im Urlaub, Timo, det nennt man hier so”…

Nun gut die Wohnung war also leer oder zumindest nicht mit dem Mieter befüllt, denn Licht brannte und nach Essen roch es auch… Trallalla

“Sag mal S., warum willst du eigentlich hier wegziehen?” Wollte ich gerade fragen, als ich die Tür des S. betrachtete. “Du, S., Du, warum sieht denn deine Tür so komisch aus.” “Ja, da war ich wirklich im Urlaub und die Nachbarn haben sich mal kurz meine Sachen ausgeliehen….”

Da frage ich mich doch, ob es daran gelegen hat, dass er Ihnen gesagt hat, dass er in den Urlaub geht und sich die Leute dachten, “der, der kommt erstmal nicht wieder”…  Kommunikation bedarf der Absprache, der Annahme von Regeln und dem Ziel, dass beim Empfänger auch das ankommt, was der Sender meinen möchte!



Weihnachten aus den Augen eines Kindes

Sir Parker hat heute auf wunderbare Weise beschrieben, was seine Eltern für einen großartigen Humor haben, wenn es um Weihnachtsgeschenke geht. Anders ausgedrückt spiegelt die Geschichte einfach nur sehr deutlich die doch so oft unterschiedliche Vorstellung von Schenkenden und Beschenkten wieder, vorallem in Bezug auf Enttäuschungen die entstehen können, wobei mir doch auch ein Weihnachtsfest vor meinen Augen brennt:

Weihnachten in unserer Familie war schon immer schön und wird auch immer sau schön bleiben. Alles ist festlich geschmückt, unsere Frau Mutt sorgt für ein rundum Wohlfühlpaket vom feinsten, gutes Essen, leckerer Wein, die Familie beisammen und lange Gespräche bis tief in die Nacht.

In der stets schöne Dinge unter dem Tannenbaum und alles einfach nur Friede, Freude, Eierkuchen. Bis zu dem einen extrem heiligen Abend. Ein extrem heiliger Abend, an dem Herr Timo zum Schluss wild heulend, flennend, schreiend und zutiefst getroffen ins Bett ging.

Ein heiliger Heiliger Abend – „ warum wiederholt der Depp das Adjektiv die ganze Zeit?“, höre ich euch fragen, hier kommt die Antwort:

Der Baum brannte wunderschön, also die Kerzen, also kein Feuer, alles in Butter – die Kerzen sorgten für wunderbare Stimmung, leise Musik im Hintergrund und alle strahlten. Auch meine lieben Großeltern waren an diesem Heiligen Abend da. Nach dem stundenlangen Generve von uns drei Kindern, gab meine Mutter der Weihnachtsmann dann endlich nach und klingelte zur Bescherung.

Wie jedes Jahr rasten wir die Treppe runter und stürzten uns auf die bald auseinander gefetzten Geschenke und fingen ruhig mit dem Auspacken an. Bald hatte der Herr Timo das letzte, ein schönes, großes Päckchen in der Hand und strahlte. Behutsam fing er an es auszupacken. Oma, was wirst Du mir tolles geschenkt haben?, schoss es mir durch den Kopf. Ja und dann, dann kam das Ende, was ich schon vorweggenommen habe…

Eine illustrierte Kinderbibel für einen streng atheistisch erzogenen Rotzlöffel war dann wohl doch nicht das Optimale…




Tagträume

Langsam rutsche ich in die Badewanne. Das Wasser umspült heiß meinen Körper und lässt augenblicklich eine Welle der Entspannung durch sämtliche Muskeln fließen. Warm, bequem. Ich tauche ab, meine Augen schließen sich und ich gleite dahin. Das Wasser lässt nur noch die tiefsten Frequenzen der Drone Zone an meine Ohren und ich wandere los. Nach und nach entspannen sich Arme, Beine und schließlich mein gesamter Körper. Meine Atmung wird langsamer, der Puls ruhiger.

Als ich erwache bin ich mit ihr gemeinsam unterwegs. Sommer. Es ist heiß. Wir sind scheinbar an der Atlantikküste. Blaues Meer, heller Strand, strahlender Sonnenschein. Keine Menschenseele. Nur wir beiden gemeinsam, einsam und glücklich. Langsam dreht sie sich zu mir herüber, sie ist nackt und so wunderschön. Wie in Zeitlupe nähern sich ihre Lippen meinem Ohr und ich genieße den Anblick ihres makellosen Körpers. Es wird wärmer und wärmer, gerade wandert meine linke Hand an ihrer Taille entlang, heiß… Ihre Lippen berühren mein Ohr und ich spüre jeden Atemstoß in mir hinuntergleiten. Ein wunderbares Gefühl. Nähe, Zärtlichkeit, Leidenschaft. Leise beginnt sie mir ins Ohr zu flüstern: BRRRRRRRR, BRRRRRRRRR, POLTER, BRUMMMMMMM, POLTER……..

Mit einem Hustenkrampf schieße ich aus dem Wasser und selbiges aus meinem Hals, für kurze Zeit habe ich wirkliche Orientierungsprobleme. Vielleicht liegt das auch an den Tonnen von Schaum in meiner Nase, den Augen und den Ohren. Nebenan schleudert meine Waschmaschine auf Hochtouren und das Einzige, was von der Idylle geblieben ist sind die Ambientbeats von SomaFM .

Ich glaube, die sieben Monate sollten jetzt langsam echt mal vorübergehen!!!




Bedrohung

Es kam mitten in der Nacht. Alle schliefen. Das Haus in dem wir uns befanden, befindet sich direkt am Wald. Ruhe und Frieden; normalerweise! Plötzlich wurden wir von einem gewaltigen Krach geweckt. Stockdunkel, ein paar Sterne am Himmel, Neumond, man hatte Mühe, seine eigene Hand vor den Augen ausmachen zu können.

Und wieder ein lautes Scheppern. Frau Jane und meine Wenigkeit sprangen auf und versuchten klar zu kommen. Ich sprang auf und scannte augenblicklich den Raum. „Wow, was geht? Was ist los? Wo bin ich? Wie spät ist es? Was ist hier los verdammte Kacke?“ Schepper, Krach, Bumm, obwohl ich mich fernab von dem Zustand befand, den man als wach und zurechnungsfähig bezeichnen könnte, erkannte mein messerscharfer Verstand den Ernst der Lage. „Ok, wir werden angegriffen, wir sind im Krieg“ purzelte es aus meinem Mund.

Während ich den Evakuierungsplan für das gesamte Dorf in Gedanken durchging und gerade anfangen wollte mein Delta-Einsatzteam per Telefon zur Krisensitzung zusammenzurufen, fing Frau Jane an, mich zu wecken! „Shit, warum weckst Du mich Süße? Ich muss doch die anderen retten?!“ Schepper, Krach, Bumm!!! Ich fing an, zu begreifen. „Ok, Du bist kein Held, es gibt kein Deltateam und nein, Du bist noch nicht mal richtig wach, Keule!“ Nach zehn Minuten hatte sie es dann auch endlich geschafft und mich aus dem Bett getreten, damit ich runtergehen und nachschauen könnte.

Unten schliefen Janes Eltern, wie ich dachte. Langsam ging ich die Treppe hinunter, hier war es noch dunkler, kein Licht, kein Geräusch. Plötzlich, innerhalb von Bruchteilen einer hundertstel Sekunde schossen mir sämtliche Adrenalinvorräte meines Körpers in die Blutbahn, Puls bei schlappen 250 und ein Druck, der den geilsten Schnellkochtopf zum bersten bringen würde. Pupillen auf Maximum, Muskelgrundtonus auf volle Pulle. „Shit, da steht ja einer im Dunkeln, direkt vor mir!“, begann ich langsam zu begreifen. Wahnsinn, wie viel schneller der Körper reagiert – im Vergleich zum schlaftrunkenen Verstand. „Ok, was mach ich jetzt? Schreien, hauen – besser abhauen? Shit, geht nicht klar! Wow, krass, jetzt dreht sich der Typ auch noch zu mir um???!!!!! Was hat der da in der Hand? Nein! Nicht hauen, ey Keule, wir können doch bestimmt drüber reden, oder?“

Janes Vater leuchtete mir mit der Taschenlampe ins Gesicht und mein blödes Hirn raffte es langsam wieder, Freund und Feind voneinander zu unterscheiden. Gemeinsam gingen wir dem Geräusch nach. Es kam aus der Richtung der Garage. Laut, bedrohlich, unheimlich, einhämmernd. Also gut, raus und nachschauen.

Draußen war es arschkalt, gut, vielleicht war eine Boxershorts im November etwas zu knapp bemessen, aber kalt war es auf jeden Fall. Gut, ich hatte Schiss, wie ein chronisch frecher Kindergartenjunge vor dem Nikolaus, aber kalt war es auch!

Schnell konnte der Feind lokalisiert und identifiziert werden. Wir sprangen um die Ecke, um ihn zu stellen…

Krass, wie laut ein Igel im Müll sein kann!




Sky Manfred der traurige Held

Sonntag, der 09 Juli 2006

Ein brennend heißer Tag. Über eine Millionen Fans aus der ganzen Welt sind an diesem Tag nach geströmt, um dem Endspiel der Fußballweltmeisterschaft beiwohnen zu können.

Die Gastgeber gegen Brasilien – Eine harte Nuss würde es werden.

Sky Manfred ist gerade auf seinem wöchentlichen Sonntagsspaziergang um den Wannsee herum. Er genießt die Stille des Sonntagmorgen, die angenehme Kühle, die durch den Wald noch verstärkt wird. Die Vögel zwitschern und die Sonne erkämpft sich langsam ihren Standpunkt am Himmel über . Sicherlich würde der normale Mensch sich wundern, könnte er Sky Manfred, den unsichtbaren Helden doch nur sehen. Dass man sich wundern würde liegt an einer ganz einfachen Sache, Sky Manfred pflegte immerzu nackt herumzurennen, unser Held, von dem keiner etwas weiß.

Ein wirklich trauriges Schicksal! Stellen sie es sich doch nur einmal vor, sie sind der Held der Nation und keiner weiß von ihrer Existenz. Könnten sie dann überhaupt ein Held sein? Kann es einen Helden geben, ohne dass irgendjemand ihn bemerkt? Braucht es nicht die Zustimmung der Geretteten, um einen Helden zu kreieren? Doch Sky Manfred hatte sich mit dieser Situation abgefunden. Wie viele Jahre hatte er nach jeder Heldentat dagesessen und geweint. So viele Menschenleben hatte er schon gerettet, ohne dass es irgendjemanden aufgefallen wäre, dass es Manfred gewesen war.

Gefangen von diesem Gedanken, umrundet unser Held in aller Herrgottsfrühe, einsam wie immer, seinen Wannsee und beginnt langsam seinen Tag. Nicht ahnend, was gerade in der Stadt passiert…

Können sie das sehen? Was ist das denn? Was macht denn der Mann da an den Bällen im Olympiastadion? Sehen sie ihn? Ach nein, wie töricht von mir, natürlich können sie ihn nicht sehen, wir befinden uns ja gerade in einer erfundenen Geschichte, inmitten des Hirns ihres Verfassers Herr Timo. Ich bitte um Nachsicht – die Milch ist alle und hatte somit noch nicht die Möglichkeit mehr als einen Kaffee zu trinken. Also werde ich Ihnen jetzt mal von dem bösen Mann erzählen:

Schwarz gekleidet, mit Maske über seinem Gesicht. Sicherlich könnte ich Ihnen trotzdem sein Gesicht beschreiben, da ich ja als allwissender Erzähler wissen muss, wie es unter der Maske aussieht, dennoch muss ich Sie im Ungewissen lassen, damit ich die Spannungskurve langsam ansteigen lassen kann! Er bückt sich gerade über die Bälle, die an einem eigentlich geheimen Ort aufbewahrt werden und füllt einen mit Farbe – wie gemein. Er will das Endspiel stören, indem er den Ball schwerer macht und geht ganz bewusst das Risiko ein, dass sich die Spieler verletzen können.

Am Abend, kurz vor dem Anpfiff, geht Sky Manfred noch mal seine Überwachungskameras durch, die er in der ganzen Stadt unsichtbar aufgestellt hat. Natürlich entdeckt unser Held ohne Heldenstatus auch diesen hinterhältigen Anschlagversuch und rast zum Olympiastadion. Doch leider wird er zu spät kommen. Sie können das ja jetzt noch nicht wissen, deshalb werde ich Ihnen nun erzählen, dass die U2 leider Verspätung hat und unser Held nun erst zehn Minuten nach dem Anpfiff das Stadion erreicht.

Ronaldhinio im Strafraum vor dem deutschen Tor, er zieht ab und der Ball fliegt los. Sky Manfred weiß ganz genau, sollte der gute Lehmann diesen Ball halten, so würde er zerplatzen (der Ball) und Lehmann vielleicht sogar an der Farbe ersticken, da sie eventuell sein ganzes Gesicht verkleben würde. Mit einem Hechtsprung katapultiert sich Manfred schnell zwischen Lehmann und den Ball, der zerplatzt (wieder der Ball) und gibt die Farbe frei. Die Zuschauer verfallen in ungläubige Starre – vor dem Torwart der deutschen Elf baut sich in Bruchteilen einer Sekunde eine Wand auf, eine Wand aus blauer Farbe. Schnell wird ihnen bewusst, dass die blaue Farbwand die Konturen eines Menschen annimmt, der direkt nach der Rettungsaktion schnell gen Himmel fliegt und in den Wolken verschwindet. Das Spiel wird fortgesetzt und Deutschland wird Weltmeister.

Da Sie ja nicht in die Zukunft schauen können, mache ich das mal für Sie und berichte Ihnen, dass Manfred vom nächsten Tag an nicht mehr der unsichtbare und damit unglücklich unbekannte Held ist. Alle Zeitungen schreiben über ihn und er wird in die Geschichte eingehen. Sein wird er als Blue Manfred – der Berliner Held der WM 2006 fortsetzen und sehr alt werden…




Ein ungewöhnlicher Fall - Teil I

4.20h, das Telefon klingelt und reißt mich aus meinen . Müde, verpeilt und orientierungslos versuche ich das Miststück in die Finger zu bekommen, um endlich den Schuldigen ausfindig machen zu können, der diese unmenschliche Weckaktion zu verantworten hat. „Was zum Teufel kann so wichtig sein, mich zu dieser perversen Zeit aus dem Bett zu holen?“ murmele ich unfreundlich ins Telefon. „Kommissar, es ist wichtig. Es wurde eine Leiche gefunden, sie sollten sich das mal ansehen.“

Zwanzig Minuten später betrete ich die Hotellobby des Castel Duomo. Eine herrschaftliche Kulisse offenbart sich mir. Marmorgetäfelte Wände verzieren die riesige Eingangshalle.

Im Barbereich zu meiner Linken stehen schwere Ledersessel im englischen Kolonialstil auf mächtigen Perserteppichen. Hinter dem Empfang grinst mich ein gestriegelter Vollidiot aufgesetzt und falsch an. Hinter dem riesigen Tresen wirkt er noch kleiner als er ohnehin schon ist. Wahrscheinlich wartet er nur auf den Moment, meine goldene Kreditkarte durch diesen affigen Ritsch-Ratsch-Automaten zu pusten und seinen Arbeitgebern somit einen Grund mehr zu liefern, ihn nicht so bald vor die Tür zu setzen.

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Zukunftsvisionen

Inspiriert von Gesprächen über Web 2.0, die fünfte Macht im Staate und den Weg der USA, haben Frau und Herr Timo sich eine Zukunftsvision zusammengesponnenen. Da diese etwas sehr lang geworden ist, habe ich eine “Herr Timo erzählt” Sonderausgabe draus gemacht.

Es bleibt dem Leser überlassen, ob er lieber den Text selbst lesen oder ihn vorgelesen haben möchte. Weil es eine Sonderausgabe ist, gibt es die Auflösung des Rätsels erst in der nächsten Folge. Nun aber zu der Zukunftsvision eines ganz normalen Tages im Jahr 2023:


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Expedition: Hauptstadt

Noch vor zwei Tagen blickten alle amüsiert und mit Spannung erfüllt auf den eisigen Claus, der alle Härten des Kontinentalklimas bescheren sollte. Auch ich räume hiermit ein, dass ich in der ersten Nacht noch voller Vorfreude dem Temperaturfall entgegengefieberte. Nur langsam wird es echt kalt.

Heute morgen begrüßte mich mein Desktop mit -18°C für . Ok, hier oben im vierten Stock sind nur -14°C auf unserem Balkon, aber warm würde ich das nicht nennen. Nahezu ununterbrochen hört man dieses leise Geräusch aus der Küche, was mir signalisiert, dass die Gastherme hart arbeiten muss, um die 20°C innerhalb der Wohnung halten zu können. Ein kurzer Blick aus diesem Fenster hielt mir dann auch vor Augen, dass wir richtig gehandelt hatten.

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Ode an die weibliche Brust

Im Rahmen der ersten Besetzung eines Blogs in der Geschichte des Internets konnte ich es mir nicht nehmen lassen, selbst einen Beitrag zur Unterstützung der Revolution zu verfassen. Es sollte ein Beitrag sein, der viele Menschen bewegt. Zum Nachdenken und anregt, deshalb hier, meiner Ode an die weibliche :

Googelt man nach der weiblichen , so erhält man als ersten Eintrag einen Link zu einer schlicht wissenschaftlich und medizinisch seriös wirkenden Seite, die folgendes an Information preisgibt:
„Die weibliche besteht hauptsächlich aus Fett- und Drüsengewebe. Das Fettgewebe verleiht der Brust Form und Festigkeit. Die etwa 20 Drüsenläppchen mit den Milchdrüsen sind rund um die Brustwarzen angeordnet. Der Begriff “Busen”, häufig auch als Bezeichnung für die Brust oder die Brüste verwendet, ist eigentlich nur die Vertiefung zwischen den beiden Brüsten. Mit “Busen” wurde früher auch die Brust als Ganzes bezeichnet, insbesondere auch die männliche .“

Googelt man im Kopf eines Heteromannes nach demselben Begriff, wird man ein gänzlich anderes Ergebnis erhalten:
Worin liegt die Faszination dieses wunderschönen Körperteils begründet? Wäre ich Grafiker, so könnte ich mich sicherlich seitenweise über die vollkommene Form dieses Körperteils auslassen. Nehmen wir beispielsweise die Portraitbetrachtung, ihre Silhouette. Eine Exponentialfunktion unvergleichbarer Vollkommenheit. Eine flach gezeichnete Krümmung an der Oberseite, die in einen, ins Negative umschlagenden Kurvenverlauf auf der Unterseite mündet. Die Konsistenz. Sicherlich bei jeder eine andere, dennoch haben sie alle das eine gemeinsam: es gibt nichts, was derart schön zu tasten ist.

Im Zentrum der weiblichen die kreisrunde, melaninhaltige Papilla Mammae. Normalerweise entspannt, weich und ruhig, sorgen ihre erektilen Muskelfasern bei entsprechender Berührung dafür, dass es auch am weiblichen Körper eine Stelle gibt, die eine Erregung offensichtlich nicht zu verbergen vermag.

Als Kind eine Wärme, Geborgenheit, Fürsorge und Nahrung spendende Quelle des Überlebens, ist sie für einen erwachsenen Mann unwiderstehliches Objekt der Begierde.



Berliman rettet die Protzkeule

Wir befinden uns in , der deutschen Hauptstadt, heute ist der 14.02.2006. Es ist der glorreiche Tag an dem die Telekom ihr wohl wirksamstes, magenta-silber-farbendes Werbeprojekt seit Beginn der Geschichtsschreibung hat fertig stellen können. Die Kugel des Fernsehturms am Berliner Alexanderplatz wurde extra für die WM in einen riesigen Fußball verwandelt, allerdings nicht ohne Folgen…
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Nette Menschen

Normalerweise freue ich mich ja über mein klingelndes Telefon. Wer mag wohl dran sein? Was werde ich erfahren?

Heute morgen um halb zehn war es dann doch etwas anders. Das Telefon klingelt. Nein, ich lag nicht mehr im Bett. Ich befand mich gerade irgendwo zwischen Espressomaschine und Herd, um nen Kaffee mit Milchschaum Latte Macchiato und Pfannkuchen zu zaubern. Am anderen Ende eine mit Abstand viel zu nette Frauen-pieps-stimme. “Einen wunderschönen guten morgen, spreche ich mit Herrn B? Herrn B aus B? Ja sicherlich, sie kennen doch RTL und Günther Jauch? Ja und da haben wir auch gleich das tolle Projekt für Sie! ( nein ich konnte bis hierhin und noch viel weiter! rein garnichts sagen, weil sie einfach mal viel zu schnell und freundlich, wie ein Wasserfall ihren Müll auf mich einprasseln ließ!!!!)

Die Firma Glöckle und RTL haben jetzt für Sie persönlich Herr B. das Angebot, dass sie im Dezember live in einer Show mit Günther Jauch teilnehmen können. Unglaublich! Und es kommt noch besser Herr B. Sie! Genau Sie werden in dieser Show die Möglichkeit haben um; jetzt halten sie sich fest; um 5, ich sage ihnen 5 Millionen Euro zu spielen! Was sagen sie dazu?

Ja toll, an dieser Stelle hatte ich nun endlich meine Chance und nutzte Sie: “Was ich dazu sage? Ich habe überhaupt null und damit mein ich GAR KEIN Interesse an der Firma Glöckle, an Günther Jauch und an ihrer Show!” Dann kam die Antwort, mit der ich nicht gerechnet hatte. Mit einer Stimmlage, die sich irgendwo zwischen einfühlsamer Psychosomatikerin und Pfarrer, der mich über den Tod einer, mir nahestehenden Person aufklären soll, feuerte sie mir ihre Frage entgegen: “Oh nein, woran liegt das denn?” “Weil heute Samstag ist. Meine Uhr zeigt mir sogar, dass es auch noch früh am Samstag ist und ich deshalb jetzt frühstücken möchte.”

Wie sehr ich mich doch immer über nette Anrufe freuen kann…