Tag Archiv f�r 'Krankenhaus'

Eine eigene Welt

Bei der saumäßigen Kälte da draußen, ist mir gerade Mal aufgefallen, wie angenehm so ein eigenes kleines Universum namens doch sein kann, angenehm temporär - eine ganz kurze Zeit lang… doch wie lange?

Charite bedeutet vom Namen her ja „die Barmherzigkeit“ und so fühlt man sich dann doch endlich auch mal behandelt. Mir graust es alleine bei dem Gedanken daran, draußen in der nun leider doch wieder viel zu grauen und stürmigen Stadt, in all den Häuserschluchten, zwischen all den grausig dreinblickenden Gestalten herumzuirren und mich irgendwie der automatisiert daherlaufenden Masse anzugleichen.

“Hier ist es schön, 365 Tage im Jahr die gleiche exakte Temperatur, man kommt im Dunkeln, man geht im Dunkeln. In den langen Fluren kann man sich gar gänzlich verlieren, jedem Bezug zu Raum und Zeit verlustig werden und einfach nur ein Teil dieses einnehmenden Gebäudes werden. Man lebt, man denkt, isst manchmal, hetzt und pflegt, heilt und gedeiht hier, egal was draußen auch kommen mag. ”

Einige der hier rumlaufenden Menschen scheinen tatsächlich so zu denken, so eingenommen zu sein. Ein eigener kleiner Kosmos, in dem man schnell wie in einem schwarzen Loch untergehen und sich nicht mehr losreißen kann…

Ich wehre mich, schaffe es immer wieder mich zu entreißen, meiner Liebe, meinen Freunde und meinen Freuden außerhalb einen höheren Stellenwert zu geben. Frei zu sein und sich doch zu freuen, hier endlich am Abend wieder raus zukommen…

Doch wie lange noch? Kann man das Ewig schaffen? Sicherlich muss man sich zuerst überlegen, ob man überhaupt eine lange Zeit in solch einem Paralleluniversum existieren möchte. Ich wohl nicht, denn irgendwann verliert jeder den Halt unter den wackelnden Füßen und wird unweigerlich mitgerissen…

Man braucht Alternativen. Ein kleineres, peripheres Haus, weniger Stress, weniger Sog. Nicht schön zu sehen, wie die Menschen hier verbraucht werden, immer fertiger Aussehen und sich nichtmal drüber aufregen!