Tag Archiv f�r 'Literatur'

Tommy Jaud - Resturlaub

Nachdem ich sein erstes Buch gefressen habe, war es nun nur konsequent, auch sein „Zweitbuch“ zu verschlingen. Tommy Jaud überzeugt mich erneut durch seinen Schreibstil. Nahe am Leben und einfach genial in der Umschreibung alltäglicher Probleme, Gedanken, Ängste und Situationen.

Diesmal erlebt der Leser einen Ausbruch von Peter Greulich. Einen Ausbruch aus seinem normalen Leben. Die Hauptperson ist PR Manager einer Brauerei in Bamberg, seit Jahren mit seiner Freundin Biene zusammen und fest in seinem Freundeskreis integriert. “Bienchen Summ” plant nun die ersten Kinder und ein gemeinsames Haus in der nähe der Stadt. Mein Haus, mein Auto, meine Familie, meine knirschende Kieseinfahrt.

Alles scheint normal, als die Freunde zum x-ten Mal gemeinsam nach Malle fliegen wollen. Doch nicht mit Greulich, er will all das nicht mehr. Sollte das bereits sein Leben gewesen sein? Seine Sturm und Drang Phase bereits an den Nagel der Alltäglichkeit gehängt? Kurzerhand täuscht er einen Überfall am Flughafen vor und lässt die anderen ohne sich in den Sonnenflieger steigen. Ein neues Leben, fern von all der Langeweile und dem gesetzten Leben wird zu seinem erklärten Ziel.

Er setzt sich in die nächste Maschine nach Buenos Aires, um in Argentinien auf die Suche nach dem zu gehen, was er zu Hause bereits hatte…

Eine abgedrehte Geschichte, die in sich geschlossen auch als Hinweis für einen jeden von uns gedeutet werden kann, endlich wieder das schätzen zu lernen, was unser eigentlich doch sauglückliches Leben ausmacht! LESEN!



Tommy Jaud - Vollidiot

Viel zu gut! Vor einiger Zeit erreichte mich eine Empfehlung , quasi ein Befehl, eine Verpflichtung, mir dieses großartige Buch zuzulegen und bei gemütlichem Bierchen zu Gemüte zu führen. Ich besorgte mir das gute Stück und muss sagen – knapp sieben Stunden Zug gefahren und nicht einmal länger als zehn Sekunden aufgeschaut, 284 Seiten einfach verschlungen!

Simon Peters führt uns durch seine Welt in der man lernt, wie man es tunlichst nicht machen sollte! Er ist 29 Jahre alt, Single und lebt in Köln. Angestellt bei dem nicht-heterofarbenden Telekommunikationsanbieter versucht er genervt, Tag um Tag hinter sich zu bringen. Sein Leben läuft einfach mal gar nicht.

Sein Konto sieht scheiße aus (jaja, ich weiß kaum ein Unterschied zu mir :P), er ist Single und bekommt es nicht auf die Reihe, eine Frau zu finden. (hey, doch ein Unterschied :P) Er meldet sich in einer Muckibude an, wo sonst nur Schwule trainieren, die ihn wohl lieber bekehrt haben möchten. So pumpt er fortan mit der „halslosen Killerschwuchtel Popeye“ seine Pectoralis auf und versucht so hetero, wie es nur geht zu wirken. Dann entdeckt er doch noch seine vermeintliche Traumfrau…

Popliteratur vom Feinsten und eine eindeutige Empfehlung für alle, die sich einfach mal wieder unterhalten lassen möchten und auf ungeschönte und sehr direkte Ausdrucksweise stehen.




Der Schwarm

Ich lass mich ja gerne von guter Belletristik unterhalten. Eines der meistgelesenen Bücher der letzten zwei Jahre dürfte wohl „Der Schwarm“ von Frank Schätzing sein. Doch wenn ich ehrlich bin, hat dieses Buch es leider nicht geschafft, mich zu fesseln. Die einleitenden Kapitel des 1000 Seiten Wälzers zogen sich bei meinen zahlreichen Einstiegsversuchen dermaßen hin, dass ich jedes Mal die Lust am Lesen verloren habe, bevor die Geschichte vernünftig anlaufen konnte.

Henning hat mich letzte Woche dann mit dem Tipp versorgt, die Hörbuch-Version zu versuchen. Kein wirkliches Hörbuch, bei dem ein einzelner Sprecher die Zeilen des Buches zitiert, vielmehr ein Hörspiel, dass ich empfehlen möchte. Mehrere Stimmen mit Geräuschuntermalung, die eine wirklich imposante Atmosphäre aufbauen. Ich denke, ich werde eher durch die zehn CDs, als durch die 1000 Seiten kommen und nun endlich auch diese Geschichte miterleben.




Sakrileg

Im letzten Sommer hab auch ich mich von der Brown sucht anstecken lassen. Innerhalb weniger Wochen verschlang ich Illuminati und den Da Vinci Code. Robert Langdon, der moderne Indiana Jones mit Lehrstuhl, der in beiden Romanen zwischen einer schönen Begleiterin und unschönen Geheimnissen der Vergangenheit hin und her driftet, gemischt mit verworrenen Geschichten zwischen Kunst, Kirche und den Tempelrittern. Sicher keine hoch-anspruchvolle , allerdings Geschichten mit einem Unterhaltungswert von nahezu einhundert Prozent.

Am Donnerstag dann war es endlich soweit und wir machten uns in Begleitung netter Menschen und einer wirklichen Berühmtheit auf ins Kino, um das Produkt der zubombenden Werbefluten unter die Lupe zu nehmen.

Zweieinhalb Stunden sind lang. Wirklich gelungene Bilder in Verbindung mit gut platzierten Spezialeffekten und einer passablen Kameraführung werden von den Klängen des Zimmer s in ihrer Dramatik unterstützt. Die Charaktere sind gut besetzt und die Geschichte, bis auf verständliche Kürzungen und Variationen, auch originalgetreu wiedergegeben. Nur leider fehlte leider das, was mich an die Buchform gefesselt hat, die Spannung.

Sicherlich, ich kannte die Geschichte. Wusste genau was in spannenden Szenen als nächstes passieren würde. Nur wusste es mein Sitznachbar nicht und er war ebenfalls der Meinung, in einem tollen aber leider langatmigen und stellenweise nicht wirklich mitreißenden Film zu sitzen.