Tag Archiv f�r 'PJ'

Schlafinfos I

Bei einem bestimmten Narkosemittel werden einige (vornehmlich männliche) Patienten “sexuell enthemmt” schlafen dann ein, driften in echt gute Träume ab und wachen anschließend auf, um sich als erstes wie ein kleines Kind die Nase zu reiben. Dazu lallen sie verpeiltes Zeug…

Wirklich ein interessanter der Job :)



Einschlafen

In den letzten Wochen habe ich täglich vor Augen geführt bekommen, was Angst in den Augen der Menschen bedeutet und wie sie aussieht!

Im Gegensatz zu der chirurgischen Seite in den OPs sehen die Schlafdoktoren die Patienten ja noch wach, logisch. Wach bedeutet in diesem Falle, noch voll mit allen Ängsten, der Ungewissheit, dem Ausgeliefertsein, dem Unbehagen, der Aufgeregtheit, dem Schwitzen.

Für viele ist es das erste Mal. Das erste Mal in dem grellen Licht, der klimatisierten Luft, zwischen den gekachelten Wänden. Das erste Mal inmitten all dieser maskenbehangenen Menschen, blau oder grün bekleidet, alle gleich, kühl und steril. Mann wird unmündig auf einer Trage durch die langen Flure geschoben, nur mit einer dünnen Decke und einem noch dünneren Nachthemd bekleidet. Der Körper wird durch Gurte in seiner Position gehalten und ausgeliefert an die Schlafdoktoren…

Willst Du mehr? ‘Einschlafen’




Dr. Schlaf

Abstruses Leben als “Schlafdoktor”. Man könnte diese Gattung Mediziner auch Pharmajongleure nennen, denn das ist es, was die Damen und Herren der guten Träume beherrschen!

Anästhesie ist zwar viel mehr als nur das bloße “Menschen schlafen schicken” aber genau das ist es, was fasziniert. Eben redet ein Patient noch völlig aufgeweckt und klar mit Dir, dann zack kurz ein Opioid, ein Hypnotikum und er vergisst zu atmen. Das geht so dermaßen schnell!

Vielleicht finde ich in den nächsten Tagen Gelegenheit ein paar Einzelheiten zu berichten, nur eins sei schon mal gesagt: es ist auch sehr interessant auf der anderen Seite des sterilen Tuches zu stehen!




Noch ein Tag

und ich werde dem Bettenhochhaus den Rücken zukehren, für zwei Wochen. Keine Kranken, keine weißen Kittel, kein Stress, keine Hektik, täglich leckerer Kaffee, die Zigarette in Ruhe, Familie, Weihnachten, Schlemmen, die Freunde, die Heimat… ich freu mich!




Das erste Drittel

Man man, das ging echt schnell. Ein drittel des praktischen Jahres geht heute vorbei und ab Montag kommt der Wechsel aus der Unfallchirurgie in die Innere .
War wirklich eindrucksvoll und praegend diese Zeit im Op! Knochen, Knochen ind nochmals Knochen haben mich begleitet und mir gezeigt, dass ich hoechstwahrscheinlich hier bleiben moechte!
Bin gespannt wo es Montag hingehen wird… Vielleicht bleibt auch etwas mehr Zeit fuer diesen Spass hier :) stay tuned



Eine eigene Welt

Bei der saumäßigen Kälte da draußen, ist mir gerade Mal aufgefallen, wie angenehm so ein eigenes kleines Universum namens doch sein kann, angenehm temporär - eine ganz kurze Zeit lang… doch wie lange?

Charite bedeutet vom Namen her ja „die Barmherzigkeit“ und so fühlt man sich dann doch endlich auch mal behandelt. Mir graust es alleine bei dem Gedanken daran, draußen in der nun leider doch wieder viel zu grauen und stürmigen Stadt, in all den Häuserschluchten, zwischen all den grausig dreinblickenden Gestalten herumzuirren und mich irgendwie der automatisiert daherlaufenden Masse anzugleichen.

“Hier ist es schön, 365 Tage im Jahr die gleiche exakte Temperatur, man kommt im Dunkeln, man geht im Dunkeln. In den langen Fluren kann man sich gar gänzlich verlieren, jedem Bezug zu Raum und Zeit verlustig werden und einfach nur ein Teil dieses einnehmenden Gebäudes werden. Man lebt, man denkt, isst manchmal, hetzt und pflegt, heilt und gedeiht hier, egal was draußen auch kommen mag. ”

Einige der hier rumlaufenden Menschen scheinen tatsächlich so zu denken, so eingenommen zu sein. Ein eigener kleiner Kosmos, in dem man schnell wie in einem schwarzen Loch untergehen und sich nicht mehr losreißen kann…

Ich wehre mich, schaffe es immer wieder mich zu entreißen, meiner Liebe, meinen Freunde und meinen Freuden außerhalb einen höheren Stellenwert zu geben. Frei zu sein und sich doch zu freuen, hier endlich am Abend wieder raus zukommen…

Doch wie lange noch? Kann man das Ewig schaffen? Sicherlich muss man sich zuerst überlegen, ob man überhaupt eine lange Zeit in solch einem Paralleluniversum existieren möchte. Ich wohl nicht, denn irgendwann verliert jeder den Halt unter den wackelnden Füßen und wird unweigerlich mitgerissen…

Man braucht Alternativen. Ein kleineres, peripheres Haus, weniger Stress, weniger Sog. Nicht schön zu sehen, wie die Menschen hier verbraucht werden, immer fertiger Aussehen und sich nichtmal drüber aufregen!




Berlin am 22.11.2007




Am Hofe der Barmherzigkeit

In der Wäschekammer der Barmherzigkeit spricht man sich scheinbar in der dritten Person an. Recht gewöhnungsbedürtig, wenn man mit “Ah Hallo, was möchte er denn” angeredet wird und sich augenblicklich umdreht und gerade aufregen möchte, dass die nette Dame, den Typen hinter mir zuerst anspricht und das über mich und mit Verwunderung feststellt, dass sie doch mich meint.

“Er hätte gerne eine neue Hose und einen neuen Kittel von Ihr” war meine Antwort und Sie daraufhin zufrieden…




So geht los - Chefarztvisite…..

So geht los - Chefarztvisite… Kittel zu und schlaues Gesicht aufsetzen :D




Wieder was gelernt

Am Freitag konnte ich beim operieren Haken halten wieder einmal zwei Weisheiten fürs Leben dazu lernen:

  1. Halte Deinen Finger nicht genau dorthin, wo der Operateur gerade mit nem einser Faden und einer Riesennadel eine Naht macht.
  2. Beim stumpfen Mobilisieren der Haut sollte man nicht abrutschen und sich von der Stirn bis unter sterilen Kittel mit einer leckeren Mischung aus Blut und Eiter vollklatschen - erzeugt Brechreiz und den unwiderstehlichen Drang sich mit den sterilen Handschuhen ins Gesicht zu packen und die warme Flüssigkeit abzuwischen.



Fixateur externe

Oh man, ich habe gerade zum ersten Mal einen Fixateur externe aus dem Bein rausgeschraubt…

Ein Fixateur externe ist eine Metallkonstruktion , die einem Bruch an einer Extremität durch (fast) feste Verschraubung mit dem Knochen Ruhe geben soll. In der Regel, bis sich Entzündungen, Schwellungen oder sonstige negative Faktoren verbessert haben und man anschließend dem Knochen durch eine Osteosynthese wieder zur Heilung verhelfen kann.

Komisches Gefühl mit nem elfer und siebener Schraubenschlüssel an das Bein eines Patienten zu gehen, um dort sechs Schrauben aus dem Schienbein und dem Fuß zu schrauben!




Drei Dinge

In den letzten 2,5 Stunden habe ich schon wieder drei wichtige Dinge für mein Leben auf Station dazu lernen dürfen:

  1. Auch mit 2,5 Stunden Schlaf kann man durchalten (also bis jetzt schonmal)
  2. Eine CT Anforderung sollte man nicht auf einen Röntgenschein ausstellen.
  3. Bevor man Rohrpost quer durch das Haus bombt sollte man doch besser ein Ziel eingeben…

Mal sehen, was der Tag noch so alles hergeben wird  :mrgreen: