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Vier Wochen Rheumatologie

Ja vier Wochen in der Rheumatologie und einiges habe ich lernen dürfen. Zunächst einmal einiges in Bezug auf mein Berufsziel, habe ich doch bisher gedacht, dass ich unbedingt ein kleines und chirurgisches Fach machen müsse. Nicht zu viel zu lernen und schön an den Menschen rumschnibbeln – das ist bestimmt gut.

Chirurgen, nun ja. Ich will hier keine Klischees aufwirbeln, vielleicht einfach mal ein Zitat eines Orthopäden letzte Woche: „Hast Du die Röntgenbilder dabei? Gut, weil ich brauch mir den Patienten ja nicht anschauen, bevor er auf dem Tisch landet, die Bilder verraten mir wenigstens nur das, was ich wissen muss.“

Innere ist irgendwie anders. Doch wie beschreibe ich es, ohne euch mit Fachfloskeln zu langweilen??? Vielleicht ist Innere wie Cluedo. Zunächst die Frage nach dem Täter: Ein Stoffwechselproblem? Etwas Entzündliches? Degeneratives? Neoplastisches oder einfach doch das Trauma?

Hat man dann den Täter gefunden braucht man den Ort, der sich in der meist durch die Symptome verrät. Dann noch schnell die Waffe finden und zack, ist der Fall gelöst und man kann loslegen mit der Verfolgung und den systematischen Gegenmaßnahmen.

Auf jeden Fall habe ich die letzten vier Wochen Cluedo wirklich genossen. Ok das frühe Aufstehen ist nichts für mich, man sieht es an meinen „ Täglich frisch “ Bildern. Aber die Arbeit war wirklich angenehm, wobei die Assistenzärzte auf meiner Station einen riesigen Teil dazu beigetragen haben.

Doch bevor wir uns die Details anhören noch einen Satz zur Rheumatologie vorweg. Rheuma wird im Volksmund ja immer mit alten Menschen verbunden. Alten Menschen, deren große Gelenke schmerzen, weil sie ein Leben lang falsch oder zu sehr belastet wurden und jetzt einfach aufgeben, weil sie nicht für die Ewigkeit konstruiert sind – das ist NICHT Rheumatologie. Rheumatologie befasst sich mit entzündlichen Vorgängen in Gelenken, Geweben und Gefäßen – ich komme darauf, weil der Boxkommentator gestern Abend, als es um das Alter der Kontrahenten ging, bemerkte, dass sie zwar beide wirklich alt sind, „es aber noch nicht nach Rheumasalbe rieche“…

Aber ihr wollt kein Blahblah, keine Danksagungen und langweilige Sachen in der Diagnostik, ihr wollt Gewalt, und lange Nadeln? Sollt ihr bekommen: Gelenkpunktionen .

Willst Du mehr? ‘Vier Wochen Rheumatologie’



Ich kill die Zahnfee

Morgen erstmal. Jungs und Mädels, ich hab euch alle vermisst aber es ging nicht anders! Bekannter Weise bin ich ja noch Stupident, nicht mehr allzu lange - aber ich bin’s noch. Stupidenten haben ja die Angewohnheit, an chronischer Unfähigkeit zu leiden. Unfähigkeit, morgens aus dem Bett zu kommen. Das ist mal Fakt.

Wenn ein Medizinstupident nun in seiner Famulatur seinem Praktikum an den normalen Stationsaltag gewöhnt wird, dann ist dieser Stupident ziemlich fertig, weil er sich erstmal dran gewöhnen muss von Acht bis zum späten Nachmittag in der Klinik zu sein.

Es ist kurz gesagt also sau anstrengend und auf der anderen Seite mega spannend. Es zeigt mir wieder einmal, dass ich mich für den richtigen Beruf entschieden habe! Leider hab ich irgendwie noch keinen Konsens für das Problem – Zeit für Bloggen – gefunden… weshalb es nun ziemlich ruhig war beim Hirnkaries - bis der heutige Morgen die heutige fucking Nacht kam…

Ich kill die Zahnfee, ich mach sie richtig fertig. Ich reiß ihr den Kopf von den beschissenen Schultern und ****** ihr in den Hals!!!!! Ich mach die SCHL**** fertig – darauf könnt ihr euch verlassen.

Ich hatte bisher genau EIN EINZIGES VERF**** Loch in meinem Leben. Unten, hinten der erste Molar Backenarschlochzahn, auf schlau: die Sieben. Ich glaub das war vor sechs Jahren, ab zum Klemptner und Ruhe war. Vor ungefähr drei Monaten gings da wieder los. Ich wieder viel zu spät ultraschnell zur Zahnärztin, die mal ordentlich ihren Bohrer in meinen Hals gesteckt hat und anschließend meinte – “ja.. dass ist jetzt alles wieder lecker Herr Timo, kommen sie mal in einem viertel Jahr wieder zur Kontrolle.” Herr Timo hat sich gefreut wie ein Schneekönig in Koksfeld – Schmerzen wech und essen ging auch wieder.

Pustefuckingkuchen! Gestern nach der Arbeit ging die Scheiße wieder los! Alter! Zahnschmerzen! Ich kannte die ja vorher noch nicht wirklich! Autschn! FUCKING AUTSCHN!!! Herr Timo also zur Zahnärztin, die mir schön die Kauleiste aufgerissen hat. “Uhhuuuu Herr Timo, ja ne, da war wohl nicht alles draußen, ich gebe ihnen erstmal ne Lokale.” „Och ne Keule, geht ja sicher schnell vorbei, ich hab schon nen Gramm Paracetamol im Kreislauf – das wirkt gleich“ höre ich es aus mir herauskommen – ich Vollpfosten!

Man man, die Frau hat mir gezeigt, was Schmerzen sind! Ein Wunder, dass sie bei meinem Gezucke überhaupt noch den Bohrer halten konnte. Gut, ok – alles ausgeräumt bis nur noch eine Ruine von einem dünnen Rand das vermuten ließ, was mal mein Siebener war. „Ich baue ihnen da jetzt ne Nervabtötende Paste rein Herr Timo und am Montag sehen wir uns dann zur Wurzelbehandlung“ Klar, lecker, Hauptsache du machst mich heile, Frau! Dachts und ging nach Hause.

Nach heute Nacht kann ich euch nach erfolgreichem Selbstexperiment belegen, dass ein Gramm Paracetamol ziemlich genau 20 Minuten braucht, um seine Wirkung in meinem Körper zu entfalten und diese genau für dreieinhalb Stunden aufrecht erhalten kann!

Schade, dass Schlaf dennoch nicht möglich war…

Nun sitze ich hier und warte, dass die nette Frau Dr. med. dent. ihre Folterkammer aufschließt und mit mir spielt…